Haus und Künstler

Der norwegische Maler und Grafiker Edvard Munch (1863–1944) verbrachte zwischen Mai 1907 und Oktober 1908 achtzehn Monate in Warnemünde. In dieser Zeit fand er in der idyllischen Küstenlandschaft und der besonderen Lichtstimmung der Ostsee neue Inspiration für sein Schaffen. Das Haus, in dem Munch lebte, erzählt bis heute von dieser intensiven Schaffensphase. Entdecken Sie die Geschichte des Künstlers in Warnemünde und lassen Sie sich von seinem einzigartigen Stil faszinieren.

Biografie des Hauses

Das Edvard-Munch-Haus ist eines der wenigen noch erhaltenen Warnemünder Fischerhäuser. Deren Geschichte lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Straße Am Strom taucht bereits 1623 in den Annalen des Fischerdorfes Warnemünde auf.

Edvard Munch

Edvard Munch ist einer der bedeutendsten Wegbereiter des Expressionismus in Europa. 1863 wird er als Sohn des Arztes Dr. Christian Munch und dessen Frau Laura Catherine, geborene Bjølstad, im norwegischen Løten (Hedmark) geboren.

Munch in Warnemünde

Der norwegische Maler und Grafiker Edvard Munch (1863-1944) verbringt zwischen Mai 1907 und Oktober 1908 insgesamt achtzehn Monate in Warnemünde.

Munch´s Birnbaum

Der alte Birnbaum im Innenhof des Hauses Am Strom 53 wurde dem Maler während seines Aufenthaltes vertraut. Mit dem 1907 entstandenen Gemälde „Alter Mann in Warnemünde“ schuf Munch gleichermaßen ein Denkmal für den Warnemünder Lotsen Carl Nielsen und den Birnbaum.

Birnbäume werden für gewöhnlich nur ca. 60 bis 70 Jahre alt. Dieser hier hat – so ergeben dendrochronologische Untersuchungen – ein Alter von mindestens 220 Jahren.
Der Baum, der noch in 2018 reichlich Früchte trug, wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. September 2019 bei einem Sturm schwer beschädigt. Er musste darauf hin stark beschnitten und abgestützt werden.
In den vergangenen Jahren hatten wir rechtzeitig Triebe gewonnen. Zwei davon hat das Edvard-Munch-Haus dem neuen Munch-Museum in Oslo anlässlich seiner Einweihung im Oktober 2021 übergeben. Die Bäumchen wachsen nun auf dem Vorplatz des „MUNCH“.

Wie geht´s weiter mit dem Birnbaum?
Seit Mai 2024 ist er Ausgangspunkt einer künstlerischen Recherche und Produktion , die der norwegische Künstler Crispin Gurholt und der deutsche Videokünstler Heiko Kalmbach vorgeschlagen haben. Dieses Projekt haben wir mit der Live Performance des finnischen Künstlers Matti Aikio (FIN) am 1. Juni 2024 gestartet und mit dem Ausstellungsprojekt „The Fallen Tree \ 1“ in der Zeit vom 7. September bis 6. Oktober 2024 sowie der Ausstellung „By Tomorrow the Tree will have a Title“ vom 12. Juli bs 5. Oktober 2025 fortgesetzt. Wir freuen wir uns auf weitere Projekte  mit Joakim Blattmann (NOR / Soundskulptur) sowie der Filmemacherin Helene Sommer (NOR).

Anfang November wird der Birnbaum dann Stück für Stück abgetragen, größere Stammteile werden für künstlerische Interventionen reserviert, während der untere ca. 2,30 Meter lange Stamm dauerhaft im Innenhof des Edvard Munch Hauses verbleibt – als Reminiszenz und Gruß an einen im Dezember neu zu pflanzenden Birnbaum, der ein genetischer Nachfolger des alten Baumes ist.

Die Neugestaltung des Innenhofes